Das Projekt DigITAll wurde zum 31.12.2025 beendet

Es hat dafür gesorgt, dass die Abstimmung und Genehmigung von Tiefbaumaßnahmen in Hamburg reibungsloser verläuft. Davon profitieren seitdem alle: Bauunternehmen, Leitungsbetreiber, Behörden und auch die Bürger:innen

Der Hamburger Senat verfolgt eine umfassende Digitalstrategie für die Stadt. Teil dieser Strategie war auch das Projekt DigITAll des Fachbereichs DigiLab im Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). Es zeigte beispielhaft, welche Vorteile die Digitalisierung für Wirtschaft, Verwaltung und Bürger:innen realisieren kann. Das Projekt DigITAll wurde von 2018 bis 2025 umgesetzt.

Das Ziel von DigITAll war es, einen digitalen Prozess (Ende-zu-Ende) für die Bearbeitung von Tätigkeiten im Rahmen von Tiefbaumaßnahmen zu etablieren, der die Verfahren beschleunigt. Von den Projektleiter:innen, die eine Baumaßnahme beantragen, über die Sachbearbeiter:innen, die sie prüfen und genehmigen, bis zu den Bürger:innen, die von einer Baustelle auf der Straße möglichst wenig beeinträchtigt werden wollen, sollten alle von diesem Prozess profitieren.

Hierfür wurde innerhalb des Projekts DigITAll der Onlinedienst BauWeiser entwickelt. Dieser ist eine umfassende Vernetzungsplattform, die die Akteure eines solchen Planungs- und Genehmigungsprozesses verbindet, also Leitungsbetreiber, Bauunternehmen, Planungsbüros und Genehmigungsbehörden.

Die Produkte des Projekts DigITAll

Der Onlinedienst BauWeiser

Mit BauWeiser, der zum Beispiel bewährte digitale Fachverfahren wie das Leitungsanfrage-Tool ELBE+ und das georeferenzierte Koordinations-Tool roads integriert, wird Nutzer:innen ein einziger digitaler Dienst mit zentraler Datenverwaltung zur Verfügung gestellt, in dem die bisherigen zahlreichen analogen Verfahren zusammengefasst sind.

Durch das digitale Verfahren stehen mehr Informationen zur Verfügung, wodurch die Befüllung der erforderlichen Formulare vereinfacht, beschleunigt und qualitativ verbessert wird. Ein proaktiver Datenaustausch sorgt dafür, dass benötigte Informationen elektronisch über BauWeiser bereitgestellt werden, sodass eine eigenständige Recherche durch die Antragstellenden nicht mehr erforderlich ist.

Der Premiumzugang

Der Premiumzugang ermöglicht eine direkte, automatisierte Vernetzung der IT-Systeme der Vertragspartner mit BauWeiser. Städtische Unternehmen wie Hamburger Energienetze, Hamburg Wasser oder Hamburger Energiewerke sind seit November 2025 mit deren internen Produktivsystemen über eine Datenschnittstelle an den Onlinedienst angebunden. Voraussetzung dafür war die vollständige Digitalisierung und Standardisierung der internen Prozesse.

Die Datenpflege erfolgt somit ausschließlich im eigenen IT-System der Vertragspartner, das automatisiert mit BauWeiser kommuniziert. Dadurch können sämtliche Tiefbaumaßnahmen sowie die Kommunikation mit den zuständigen Genehmigungsbehörden direkt aus den eigenen Systemen abgewickelt werden, beispielsweise durch das Stellen von Leitungsanfragen.

BauWeiser stellt über die Schnittstelle alle notwendigen Informationen bereit, die über den Premiumzugang abgerufen werden können. Die Informationen zu konkreten Maßnahmen können so auch mit Auftragnehmern wie Planungsbüros oder Bauunternehmen geteilt werden.

Das Prozesshaus

Das Prozesshaus stellt ein umfassendes Regelwerk zur Harmonisierung und Koordination von Tiefbaumaßnahmen bereit, insbesondere wenn sich Projekte zeitlich und räumlich überschneiden. Bei Konflikten zwischen Maßnahmen greift das Prozesshaus mit klar definierten Prozessen und Entscheidungsbäumen ein, um eine Abstimmung oder Kooperation zwischen den beteiligten Maßnahmenträgern zu ermöglichen. So können beispielsweise Maßnahmen verschoben oder gemeinsam durchgeführt werden, um Synergien zu nutzen.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Prozesshauses ist das Thema Verkehrskoordination: Die Auswirkungen von Baumaßnahmen auf den Verkehrsfluss werden gemäß der Prozesse geprüft und bei Bedarf Alternativszenarien entwickelt. Die Transparenz über alle geplanten Maßnahmen ermöglicht eine detaillierte und abgestimmte Planung.

Die Funktionalität des Prozesshauses wurde im Rahmen des Projekts DigITAll in Pilotmaßnahmen erprobt, bei denen verschiedene Versorgungsunternehmen und der LSBG kooperierten. Mittlerweile ist das Regelwerk in allen relevanten städtischen Organisationen ausgerollt und wird entsprechend angewendet. 

Partner direkt angeschlossen

Realisiert wurde das Projekt mit einer großen Zahl von Partnern aus Industrie und Verwaltung. Als Vertragspartner direkt über den Premiumzugang angeschlossen sind die städtischen Versorgungsunternehmen. Mit BauWeiser wird gewährleistet, dass die unterschiedlichen Anfragen, die bei der Planung zu berücksichtigen sind (wie die Abklärung von Leitungen, Bäumen, Kampfmittelfreiheit), direkt im Verfahren zu klären sind. Bei sich zeitlich und räumlich überlagernden Baumaßnahmen bietet das Prozesshaus das Regelwerk, um diese zu koordinieren und Synergien wie zum Beispiel Projektkooperationen zu schaffen.

Mehrere parallel zu stellende Einzelanträge und die wiederholte Eingabe etwa von Stammdaten gehören damit der Vergangenheit an. Die Abläufe wurden durch das Projekt DigITAll standardisiert, die Genehmigungsverfahren optimiert, und die Datensicherheit wurde erhöht.

Auch Bürger:innen profitieren

Die Vorteile des digitalisierten Verfahrens kommen schließlich auch den Bürger:innen zugute. Eine optimierte Baumaßnahmenkoordinierung und beschleunigte Genehmigungsverfahren sorgen für eine moderne Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur und verbessern darüber hinaus den Verkehrsfluss in der Stadt.